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Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 10. Mai 2010 um 08:25 Uhr
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Akne
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Acne vulgaris - Klinik

  • in 15% ist aufgrund der Schwere eine medikamentöse dermatologische Therapie indiziert

  • durch unsachgemäße Ernährung (Milchprodukte, Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index) kann die Akne verschlechtert werden

  • die Behandlung soll das Auftreten von Narben verhindern

  • für entzündliche Verlaufsformen sind topische Kombinationspräparate (Benzoylperoxid in Kombination mit Clindamycin oder Adapalen) die Therapie der ersten Wahl

  • kommt es unter einer optimalen äußerlichen Behandlung nach circa 3-6 Monaten zu keinem befriedigenden Ansprechen, ist die orale Gabe von Isotretinoin indiziert

Epidemiologie

Die Akne kommt zwar in allen Altersgruppen, bei Neugeborenen (Acne neonatorum) und auch bei Erwachsenen jenseits der 40er (Acne tarda) vor, zeigt jedoch ihren Häufigkeitsgipfel eindeutig in der Adoleszenz. Akne hat in den letzten Jahren in Ländern mit einem westlichen Lebensstil an Häufigkeit zugenommen. Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen leicht und nur über einen kurzen Zeitraum. Eine behandlungsbedürftige Akne besteht bei etwa 15% der Jugendlichen, wobei Jungen in etwa gleich häufig wie Mädchen erkranken. Schwere Verläufe wie die Acne conglobata werden jedoch häufiger beim männlichen Geschlecht beobachtet.

Akne - Leidensdruck korreliert häufig nicht mit dem objektiven Schweregrad

Neben komplizierten Verläufen der Akne in Form der Acne fulminans, einer durch hämorrhagische, schmerzhafte Ulzerationen in Verbindung mit Allgemeinsymptomen wie Fieber oder Polyarthralgien gekennzeichneten Variante, oder Akneerkrankungen, die mit hypertrophen Narben oder Spontankeloiden einhergehen, gehört die Akne zu den Erkrankungen, die unabhängig vom Schweregrad häufig mit einer hohen psychischen Belastung der Betroffenen einhergehen. Akne ist deshalb als eine ernst zu nehmende Erkrankung und nicht als geringfügiges Pubertätsproblem aufzufassen.

Klinik der Akne

Neben der Seborrhö kennzeichnen nicht-entzündliche Hautveränderungen in Form der geschlossenen und offenen Komedonen (Mitesser) die Acne comedonica, wohingegen entzündliche Hautveränderungen in Form von Papeln und Papulopusteln das Bild der Acne papulopustulosa charakterisieren. Kommt es zusätzlich zum Auftreten von entzündlichen einschmelzenden und fistulierenden Knoten, die unter Zurücklassen typischer brückenartiger Narben, den sog. Fistelkomedonen abheilen, und Zysten liegt die schwerste Form der Akne vor, die Acne conglobata.

Bilder Akne

Acne comedonica. Zahlreiche, überwiegend geschlossene (weiße) Komedonen im Stirnbereich. Nur einzelne entzündliche Läsionen.

Abbildung 1: Acne comedonica. Zahlreiche, überwiegend geschlossene (weiße) Komedonen im Stirnbereich. Nur einzelne entzündliche Läsionen.

 

Acne papulopustulosa. Entzündliche Knötchen, teilweise mit zentraler Pusteln neben Komedonen.

Abbildung 2: Acne papulopustulosa. Entzündliche Knötchen, teilweise mit zentraler Pusteln neben Komedonen.

 

Acne papulopustulosa. Im Stirnbereich entzündliche Knoten und Pusteln neben überwiegend geschlossenen (weißen) Komedonen

Abbildung 3: Acne papulopustulosa. Im Stirnbereich entzündliche Knoten und Pusteln neben überwiegend geschlossenen (weißen) Komedonen.

 

Acne conglobata. Am Rücken dichte Aussaat stärker entzündlicher Knoten neben Komedonen

Abbildung 4: Acne conglobata. Am Rücken dichte Aussaat stärker entzündlicher Knoten neben Komedonen.

 

Akne. Narbenstadium. Im Wangenbereich teilweise tiefere, unscharf begrenzte Narben.

Abbildung 5: Akne. Narbenstadium. Im Wangenbereich teilweise tiefere, unscharf begrenzte Narben.

 

Klassifizierung des Schweregrades

International werden verschiedene Skalierungen verwendet, um den Schweregrad der Akne zu objektivieren. Nachfolgend wird eine Bewertungssystem dargestellt, dass sich an den

Akneeffloreszenzen, Komedonen (Mitesser), Papeln und Papulopusteln (Knoten und eitrige Knötchen und stark entzündlichen Knoten) orientiert.

 

Schweregrad

Komedonen

Papeln und Pusteln

Knoten

MILD

wenige bis einige

wenige bis einige

keine

MODERAT

einige bis viele

einige bis viele

wenige bis einige

SCHWER

zahlreiche

zahlreiche und/oder exzessiv

viele

 

Diese Bewertungsskalen sind insbesondere für klinische Studien wichtig. In der Praxis spielen sie keine zu große Bedeutung, da der objektive Schweregrad gerade bei der Akne häufig nicht mit dem subjektiven Beschwerdegrad korreliert.

Pathogenese der Akne

Die die Erkrankung kennzeichnenden Hautveränderungen sind das Resultat verschiedener, sich gegenseitig beeinflussender Faktoren (Abbildung 10; 2).

Aufgrund neuerer Untersuchungen sind die entzündlichen Veränderungen nicht nur eine Folge der proinflammatorisch wirksamen bakteriellen Stoffwechselprodukte von Propioniobacterium acnes wie Lipasen oder Hyaluronidasen. Bei Aknepatienten ist von vorneherein eine entzündliche Reaktionsbereitschaft des Follikels gegeben. Selbst für die Komedonenbildung wird eine immunologische Grundlage diskutiert, die insbesondere über um den Follikel angeordnete Leukozyten, speziell T-Lymphozyten, mediiert wird.

Diät und Akne

Ein hoher Konsum von Milchprodukten und Nahrungsmitteln mit einem hohen glykämischen Index können Akne über erhöhten 5-alpha-Dihydrotestosteron-Spiegel verschlechtern. Der glykämische Index beschreibt die Wirkung von Kohlenhydraten auf den Blutzuckerspiegel. Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index induzieren einen starken Insulinanstieg. Hierzu gehören z.B. Bratkartoffeln, Pommes frites oder sehr weißes Brot, das für die Zubereitung von Hamburgern verwendet wird.

Diagnostik

Die Diagnose wird klinisch gestellt. Laboruntersuchungen sind nicht notwendig.

Differentialdiagnose

Der Komedo ist die zentrale Effloreszenz, die die Akne charakterisiert und die auch die Abgrenzung gegenüber anderen im Gesicht lokalisierten Erkrankungen möglich macht (Tabelle 1).

 

Tabelle 1 Differentialdiagnosen und wichtige klinische Unterscheidungshilfen zur Abgrenzung

Erkrankung

Abgrenzungsmöglichkeiten zur Akne

Periorale Dermatits

Lokalisation betont perioral, perinasal und periokulär;keine Komedonen;

Rosacea

neben Papeln und Papulopusteln auch Teleangiektasien und persistierende Erytheme im Wangenbereich; keine Komedone

 



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 10. Mai 2010 um 09:00 Uhr
 

Experte Prof. Abeck

Experte
Prof. Dr. med. Dietrich Abeck, Facharzt für Dermatologie, Venerologie, Allergologie (München) beantwortet Fragen zu
  • Atopisches Ekzem
  • Kinderdermatologie
  • Akne und Rosacea
  • Vitiligo

Experte Prof. Tietz


Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz, Institut für Pilzkrankheiten, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie (Berlin) beantwortet Fragen zu
  • Dermatologische Infektionskrankheiten
  • Nagelpilz
  • Fußpilz und andere Hautpilzerkrankungen